confused - the band

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Der Rock Lauter Stromgitarren

Gleich zwei Formationen aus dem Kader der Lahrer Rockwerkstatt präsentierten sich am vergangenen Samstag dem Lahrer Publikum. Im Rahmen des traditionell stattfindenden Dreikönigskonzerts traten die zwei Crossover-Rockbands City Hogs und Confused auf die Bühne des Schlachthofs. Beide Bands sind in der Regio nicht unbekannt und sorgten für einen gut gefüllten Konzertsaal, indem sich schnell ausgelassene Stimmung ausbreitete.

...mit Confused kehrte anschließend eine Band auf die Bühne des SChlachthofs zurück, für die hier alles seinen Anfang nahm. Nachdem man sich im Verlauf einer Open-Stage-Session zusammengefunden hat, ist eine eingespielte Formation geworden. Jetzt werden zwei der vier Bandmitglieder die Rocktruppe aus beruflichen Gründen verlassen. Grund genug für ein Abschiedskonzert in alter Fomation, die so noch einmal gemeinsam den verdienten Applaus genießen konnte, den sie sich nach vier kreativen Jahren erarbeitet hat. So gab es diesen Abend lauthals Depressives, unter- und übermalt von Stromgitarren, die mitunter auch mit gekonnten Sololäufen überraschten. Mit abgestimmter Lichtshow und disziplinierter, überzeugender Bühnenpräsenz sorgten Confused zwar für packendes Ambiente und eine befriedigte Fangemeinde, gewichtet man jedoch lyrischen Auswurf und unterschwelliges Feeling, dann wirkt die Musik der geachteten Lahrer Punkrock-Hybriden etwas zu gewohnt, um sich den Crossover-Orden für Innovation umhängen zu dürfen. Denjenigen für talentierten Antrieb gleichgesinnter Pogopartner haben sie sich allemal verdient. Das bewies lang anhaltender Applaus.

 

Weg vom Punk, hin zum Indie-Rock

Die Gruppe Confused präsentiert ihre neue CD, die von Spaß, Frauen und Alkohol handelt.

Fast schon bürgerlich-brav erblondet statt aufreizend pink gefärbt, in modisch-zerrissenen Jeans und mit ordentlichem Schuhwerk statt barfuß im Schottenrock – so präsentierte sich Attila Reißmann, Front-Sänger der Lahrer Formation Confused am Samstagabend dem in stattlicher Anzahl und gut altersgemischt erschienenen Publikum des Lahrer Schlachthofs. Das war’s dann rein äußerlich betrachtet aber auch schon mit den Veränderungen, die seit dem letzten Auftritt zu registrieren. Das Restprogramm, das diesen Bandleader ansonsten ausmacht, ist zur Freude der Fans erhalten geblieben: Allem voran diese schier unerschöpfliche Energie, die Attila Reißmann sowohl in seinen Gesang als auch in seine Arbeit an der Gitarre legt. Ebenso seine hoch kultivierten Punk-Manieren und seine bekannt flapsigen Ansagen – alles noch da wie eh und je: Zisch, Bierdose auf, Schluckschluck, Urps. Zufriedenes Lächeln allerseits, weil das Baby gerade sein Bäuerchen gemacht hat. "Hey, wir sind Confused aus hier. Wir spielen euch jetzt unsere neue CD, Apple Core. Das sind 61 Minuten Spaß, Frauen, Alkohol." Und damit die Zuhörer vor der Bühne nicht darben müssen, gibt es auch für sie was Flüssiges für den Hals, serviert von einem flotten Transvestiten-Bikinigirl. So hat doch auch das Auge ’was davon. Dass das alles nicht nur der Unterhaltung, sondern natürlich sich auch absatzfördernd für das Studio-Album auswirken soll , daraus macht Attila Reißmann erst gar keinen Hehl und fährt damit die cleverste weil überzeugend charmant rüberkommende Promotion-Offensive. Dass die beiden anderen Mitspieler des Trios nicht so deutlich im Rampenlicht stehen, tut der Qualität der Band keinen Abbruch. Denn sie sind die Zuarbeiter im Hintergrund, die dafür sorgen, dass die Sache erst so richtig rund wird. Michael Pretzsch liefert als Klang-Gerüst die klare, beständige Basslinie, wummert sauber konturiert die Tonleitern auf und ab, wagt auch den einen oder anderen kurzen Alleingang. Doch nicht nur das: unaufdringlich und ohne jegliche Ambition, seinem Lead-Sänger die Rolle streitig zu machen, meistert er seinen Part als Co-Vokalist. Was umso unverzichtbarer ist, als die Songs dieser neuen CD detailreicher und vom Arrangement her ausgefeilter sind als das bisherige Songmaterial, das doch immer direkt auf die Zwölf zielte. Das macht auch das Spiel des Drummers Nicolas Grimm um einiges interessanter und abwechslungsreicher: längere eigenständige Snare-Drum-Passagen, überraschende Rupturen, punktuelle Rim-Clicks sind nur einige der Techniken, mit denen Grimm auf sich aufmerksam macht, auch wenn er wie gewohnt als quasi wissenschaftlich-zerstreut wirkender Hintergrundmann agiert. Insgesamt entwickelt sich das Repertoire der Band mit der neuen CD weg vom rudimentären Punk mehr in Richtung subtil klingender Indie.

Ulrike Lebras, Badische Zeitung

 


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